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Zahnriemenwechsel

Kurz gesagt: Wann muss der Zahnriemen gewechselt werden?

Der Zahnriemen muss nach dem Intervall des Herstellers gewechselt werden: nach Kilometern oder nach Jahren, je nachdem, was zuerst erreicht ist. Laut ADAC reichen die Kilometerangaben je nach Motor von 60.000 bis 240.000 Kilometern. Bei vielen Motoren kommt eine Zeitgrenze dazu, häufig 6 oder 10 Jahre.

Das genaue Intervall steht im Serviceheft oder in der Betriebsanleitung Ihres Autos. Auf Geräusche oder den Blick in den Motorraum sollten Sie sich nicht verlassen. Ein Zahnriemen gibt selten ein Warnsignal, bevor er reißt.

Was macht der Zahnriemen, und was passiert, wenn er reißt?

Der Zahnriemen verbindet die Kurbelwelle mit der Nockenwelle und sorgt dafür, dass sich die Ventile im richtigen Moment öffnen und schließen. Bei vielen Motoren treibt er zusätzlich die Wasserpumpe an. Er besteht aus Gummi mit eingearbeiteten Zugsträngen und altert auch dann, wenn das Auto wenig gefahren wird.

Reißt der Zahnriemen während der Fahrt, geht der Motor sofort aus. Bei den meisten heutigen Motoren treffen dann Ventile und Kolben aufeinander. Der ADAC beschreibt die Folge als oft schweren Motorschaden, der im schlimmsten Fall einen neuen Motor erfordert.

Motoren, bei denen sich Ventile und Kolben auch ohne Riemen nicht berühren, heißen Freiläufer. Sie sind laut ADAC selten.

Welche Wechselintervalle gelten?

Ein einheitliches Zahnriemen-Intervall für alle Autos gibt es nicht, maßgeblich ist allein die Vorgabe des Herstellers für Ihren Motor. Als Faustregel nennt der ADAC: Je älter das Fahrzeug, desto kürzer ist in der Regel das Intervall. Einige Beispiele aus der Übersicht des ADAC zeigen, wie weit die Angaben auseinanderliegen:

Fahrzeug und MotorIntervall laut Hersteller (Quelle: ADAC)
VW Golf IV 1.9 TDI mit Verteilerpumpe (1997 bis 2000)60.000 km
Fiat 500 1.2 8V (2007 bis 2020)120.000 km oder 6 Jahre
Peugeot 308 1.6 HDi (2014 bis 2018)180.000 km oder 10 Jahre
VW Golf VII 1.5 TSI (2017 bis 2020)240.000 km

Die Tabelle ersetzt nicht den Blick in Ihre Fahrzeugunterlagen. Schon innerhalb einer Baureihe können verschiedene Motoren unterschiedliche Intervalle haben. Manche Motoren haben einen Nassriemen, also einen Zahnriemen, der im Motoröl läuft. Auch dafür gibt der Hersteller ein Wechselintervall vor.

Warum wird die Wasserpumpe oft mitgewechselt?

Wird die Wasserpumpe vom Zahnriemen angetrieben, lohnt sich ihr Tausch beim Zahnriemenwechsel, weil die Pumpe dafür ohnehin frei liegt. Für einen späteren Einzeltausch der Pumpe müsste der Zahnriemen erneut ab. Die Arbeitszeit fiele also zweimal an. Eine undichte Pumpe kann außerdem Kühlmittel auf den neuen Riemen bringen und ihn schädigen.

Aus demselben Grund gehören Spannrolle und Umlenkrollen zum Wechsel. Sie laufen genauso lange wie der Riemen und verschleißen mit ihm. Ob die Wasserpumpe vom Zahnriemen angetrieben wird, hängt vom Motor ab.

Wie läuft ein Zahnriemenwechsel in der Werkstatt ab?

Ein Zahnriemenwechsel folgt in der Werkstatt einem festen Ablauf, bei dem die Steuerzeiten des Motors vor und nach dem Tausch exakt stimmen müssen. Der Wechsel ist keine Arbeit für die heimische Garage. Schon ein um einen Zahn versetzter Riemen kann laut ADAC die Steuerzeiten verändern und den Motor beschädigen.

  1. Intervall prüfen Schlagen Sie im Serviceheft nach, wann der Wechsel fällig ist. Fehlt der Eintrag, klärt die Werkstatt das anhand von Modell und Motor.
  2. Umfang klären Besprechen Sie vorab, ob die Wasserpumpe mit Spannrolle und Umlenkrollen getauscht wird.
  3. Fachgerecht tauschen lassen Lassen Sie den Wechsel mit dem Spezialwerkzeug für Ihren Motor machen. Damit wird der Motor in einer definierten Stellung fixiert und der neue Riemen nach Herstellervorgabe gespannt.
  4. Kontrolle erfragen Fragen Sie nach, ob der Motor danach von Hand durchgedreht und die Steuerzeiten geprüft wurden. Bei neuer Wasserpumpe gehört das Entlüften des Kühlsystems dazu.
  5. Nachweis aufbewahren Bewahren Sie den Nachweis mit Kilometerstand und Datum auf. Er steht im Serviceheft und oft auf einem Aufkleber im Motorraum.

Hat mein Auto einen Zahnriemen oder eine Steuerkette?

Ob Ihr Motor einen Zahnriemen oder eine Steuerkette hat, steht in den Fahrzeugunterlagen, und jede Werkstatt kann es anhand des Motorcodes sagen. Viele Motoren nutzen statt eines Riemens eine Steuerkette. Sie hat meist kein festes Wechselintervall, kann sich aber längen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Steuerkette wechseln.

Was kostet ein Zahnriemenwechsel?

Einen Pauschalpreis für den Zahnriemenwechsel gibt es nicht, weil der Aufwand von Motor zu Motor sehr unterschiedlich ist. Den Aufwand bestimmen vor allem diese Punkte:

  • Einbaulage: wie viele Teile für den Zugang zum Riemen ab müssen
  • Umfang des Satzes: Riemen, Spannrolle und die Zahl der Umlenkrollen
  • Wasserpumpe: ob sie vom Riemen angetrieben wird und mitgetauscht wird
  • Riemenart: Ein Nassriemen im Ölbad ist meist aufwendiger zu wechseln

Bei WID Autohaus bekommen Sie vorab einen Kostenvoranschlag für Ihr Auto. Kostenvoranschlag bis 800 Euro kostenlos, darüber 50 Euro. Schicken Sie uns dafür ein Foto vom Fahrzeugschein und den Kilometerstand.

Wann sollten Sie in die Werkstatt?

Mit dem Zahnriemen sollten Sie in die Werkstatt, sobald das Intervall erreicht ist oder eines dieser Warnzeichen auftritt. Ein Zahnriemen kündigt einen Riss nur selten an. Diese Hinweise sollten Sie trotzdem ernst nehmen:

  • Quietschen oder Schleifen: Geräusche aus dem vorderen Motorbereich kommen oft von einer verschlissenen Spann- oder Umlenkrolle.
  • Kühlmittelverlust: Die Wasserpumpe kann undicht sein, wenn sie vom Zahnriemen angetrieben wird.
  • Risse oder Ölspuren: Ausgefranste Kanten oder Öl am Riemen erkennt eine Werkstatt bei einer Sichtprüfung.

Fehlen diese Zeichen, heißt das nicht, dass der Riemen in Ordnung ist. Der ADAC rät, ihn deutlich vor sichtbaren Schäden zu tauschen. Einen Termin für den Zahnriemenwechsel bei WID Autohaus vereinbaren Sie telefonisch, per WhatsApp an 034441 991615 oder über die Terminanfrage.

Häufige Fragen zum Zahnriemenwechsel

Muss der Zahnriemen auch bei wenig Kilometern gewechselt werden?

Ja, wenn der Hersteller neben den Kilometern ein Zeitintervall vorgibt. Das Gummi altert auch im Stand und wird mit den Jahren spröde. Ein Auto, das 15 Jahre lang wenig gefahren wurde, braucht deshalb trotzdem einen neuen Riemen.

Was tun, wenn unklar ist, wann der Zahnriemen zuletzt gewechselt wurde?

Suchen Sie im Serviceheft, in alten Rechnungen und nach einem Aufkleber im Motorraum. Fehlt jeder Nachweis, etwa nach dem Kauf eines Gebrauchtwagens, ist ein vorsorglicher Wechsel in der Regel der sichere Weg. Ein Riss richtet meist einen weit größeren Schaden an.

Kann man mit einem alten Zahnriemen noch fahren?

Technisch ja, bis er reißt. Wann das passiert, lässt sich nicht vorhersagen. Ist das Intervall deutlich überschritten, sollten Sie den Wechsel zeitnah planen und lange Fahrten bis dahin vermeiden.

Wie lange dauert ein Zahnriemenwechsel?

Das hängt vom Motor ab. Bei gut zugänglichen Riemen geht es schneller, bei anderen müssen Motorlager, Abdeckungen oder Nebenaggregate ab. Eine Werkstatt nennt Ihnen die Dauer für Ihr Auto bei der Terminabsprache.

Bleibt die Herstellergarantie bei einer freien Werkstatt erhalten?

In der Regel ja, wenn der Wechsel nach den Vorgaben des Herstellers erledigt und im Serviceheft nachgewiesen wird. Dazu gehören das richtige Intervall, passende Teile und eine lückenlose Dokumentation. Was genau gilt, steht in den Garantiebedingungen Ihres Herstellers. Reparaturen, die der Hersteller als Garantiefall selbst bezahlt, laufen dagegen über seine Vertragswerkstatt.